Das Auto – der beste Freund des Menschen?
Vielleicht sogar der bessere Mensch. In Zeiten, in denen Beruf und Persönlichkeit immer mehr verschwimmen und Arbeit und Freizeit nicht mehr wirklich klar voneinander trennbar sind, erscheint die künstliche Intelligenz gar nicht mehr so künstlich – oder zumindest: gar nicht mehr viel künstlicher als der Mensch. Was das Bestehen in dieser Welt betrifft, so sind Herbie und K.I.T.T. vielleicht sogar so etwas wie Vorbilder.
Es verhält sich ja nun mittlerweile häufig folgendermaßen: der Mensch wird, gerade in den kreativen Berufen, immer stärker gezwungen, nicht nur seine fachlichen Kenntnisse seines Berufsbereiches in die Lohnarbeit einzubringen, sondern eben auch die eigene Persönlichkeit. Es reicht nicht mehr, einfach gut zu sein, einfach Können zu besitzen, sondern der Markt erfordert immer mehr die Selbstausbeutung der Akteure: die Grenzen zwischen dem Einbringen eigener Kenntnisse aus eigener Initiative oder aber aus Konkurrenz- und Erfolgsdruck kann man nicht mehr klar ziehen. Gewissermaßen könnte man mit Fug und Recht behaupten, die Interdisziplinarität von Beruf und Privatleben sei mehr und mehr an der Tagesordnung. Vorbilder für das Ertragen dieser Zustände, sind daher vermutlich gar nicht mehr Menschen, sondern vielmehr am ehesten antropomorphe Maschinen wie die belebten Autos, die sich von den sechziger bis achtziger Jahren größter Beliebtheit auf Leinwand und Mattscheibe erfreuten.
Die Mensch-Maschine
Natürlich sind die Maschinen charakterlich äußerst unterschiedlich – es gibt von Grund auf gute, die häufig einen zutiefst bösartigen Gegenspieler haben, man denke nur an K.I.T.T. und K.A.R.R. Aus der Serie Knight Rider, deren heimlicher Star ja gar nicht Michael Knight, gespielt von David Hasselhoff, war, sondern K.I.T.T., der sprechende Trans Am, der über einige Superfähigkeiten und über einen eigenen, wenn auch tendenziell unterwürfigen Willen verfügte. Die anthropomorphen Maschinen sind heute ein wenig aus der Mode gekommen, zumindest ihre Darstellung in der Kunst. Andererseits wurde auch bereits vieles realisiert, das man aus Science-Fiction-Filmen der sechziger Jahre kennt; allerdings häufig auf andere Weise, als man es sich damals vorstellte: wenn das Navigationssystem mit einem spricht, hat das mehr mit Programmierung als mit intelligenten Maschinen zu tun.
Aber wenn es um KI geht, muss man nicht nur auf den Markt der Neuwagen achten, sondern ebenfalls auf jenen der Telephonie: immer mehr Telephone schimpfen sich „smart“ und sie können tatsächlich immer mehr erstaunliche Dinge – die bisweilen ganz schön beängstigen sein können, wenn man sich die Entwicklung ausmalt – man sollte bereits heute darauf achten, möglichst keine Spuren im Internet zu hinterlassen, will man nicht in naher Zukunft gläsern sein, mit für jedermann jederzeit abrufbaren Informationen.