Toyota ruft erneut Fahrzeuge zurück
Der japanische Autohersteller Toyota hätte eigentlich schon genug Sorgen um sein ramponiertes Image, die früher als sehr sicher und zuverlässig bekannte Automarke musste 2009 und 2010 hunderttausende Fahrzeuge aufgrund klemmender Gaspedale zurückrufen.
Doch damit nicht genug, nun wurde nur einen Tag nach dem weltweiten Produktions- und Verkaufsstop der Geländewagen des zum Toyota-Konzern gehörenden Herstellers Lexus wurde nun bekannt das es auch beim Minivan Sienna Sicherheitsmängel gibt. In den USA mussten rund 600.000 und in Kanada rund 270.000 Fahrzeuge des Typs zurückgerufen werden, der Grund hierfür ist Korrosion an der Ersatzradbefestigung. Toyota warnte, dass sich im schlimmsten Fall die Halterung lösen und das Ersatzrad auf die Straße fallen könnte – was natürlich ein erhebliches Sicherheitsrisiko für nachfolgende Fahrzeuge wäre. Unklar ist allerdings noch ob solch ein Unfall schon passiert sei, dazu äußerte sich der Konzern im Zuge seiner neuesten Rückrufaktion nicht.
Der Konzern forderte in einem Schreiben sämtliche Besitzer des Minivans auf, ihre Fahrzeuge in einer Werkstätte kontrollieren zu lassen, in der Zwischenzeit arbeite man mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Da dies nur einen Tag nach Produktions- und Verkaufsstop des Lexus GX 40 erfolgte, dürfte der Schaden für den Ruf des Unternehmens enorm sein. Beim Geländewagen von Lexus besteht laut unabhängigen Tests die Gefahr, dass sich dieser bei hohen Geschwindigkeiten überschlage.
Seit Ende des Jahres 2009 musste der japanische Autokonzern über acht Millionen Fahrzeuge aufgrund von Sicherheitsmängeln zurückrufen, neben dem Lexus GX 40 und dem Sienna machten auch andere Modelle mit Sicherheitsmängeln auf sich aufmerksam. So starben in den USA rund 30 Menschen aufgrund klemmender Gas- und Bremspedale bei neuen Toyotamodellen, der Konzernchef Akio Toyoda wurde daraufhin vor den US Kongress zitiert wo er sich für japanische Maßstäbe außerordentlich bedauert gezeigt und Besserung gelobt hatte.
Die Folge war außerdem, das in den Vereinigten Staaten über 90 Klagen wegen Schadenersatz und beinahe 140 Sammelklagen aufgrund des gesunkenen Wiederverkaufswerts der betroffenen Fahrzeugmodelle eingereicht wurden. Da der US Kongress außerdem die mangelnde Information von seiten des Konzerns bezüglich der Sicherheitsmängel beklagte, wird Toyota wohl um ein Bußgeld nicht herumkommen. Im Moment beläuft sich die wahrscheinliche Summe auf rund 16,5 Millionen Euro, die Finanzierung der Summe selbst dürfte dem weltgrößten Autobauer weit weniger Sorgen bereiten als der erwähnte Imageverlust der sich wohl über Jahre hinweg kaum ausmerzen lässt. Kritiker und Experten sind sich einig, das die Sicherheitsmängel wohl zum größten Teil aufgrund des enormen Wachstum des Konzerns in den letzten Jahren beruht. Toyota hat General Motors 2008 als weltgrößten Autobauer abgelöst, das rasche Wachstum habe zu Kommunikationsproblemen innerhalb des Konzerns geführt wie auch Konzernchef Toyoda einräumte.